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Bachelor | Drucken |

 

Wenn man davon ausgeht, dass du den Erstsemestrigentag besucht und die gesamte Assessmentstufe hinter dich gebracht hast, dann wurde dir die folgende Phrase wenigstens zwölfmal eingetrichtert: «Lesen Sie die Studienordnung.»
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass diese Forderung auf der persönlichen Prioritätenliste zu Beginn des Studiums ziemlich weit hinten rangiert. Wenn man sich nämlich einmal an das universitäre Leben gewöhnt und es zu geniessen begonnen hat, befindet man sich meist schon mitten im Semester und beginnt langsam aber sicher den sanften Druck der sich nähernden Prüfungszeit zu spüren.
Weil ich und du wissen, dass du auch in Zukunft nur sehr begrenzte zeitliche und motivationstheoretische Ressourcen haben wirst, um dir die Studienordnung in ihrer vollen Pracht zu Gemüte zu führen, werde ich dich auf den folgenden Seiten kurz und knapp in ihre Geheimnisse einweihen.
Um aber eines vorwegzunehmen: Die Ausführungen in diesem Artikel ersetzen das Lesen der Studienordnung nicht! Sie können als Hilfsmittel zum Verständnis derselben dienen, jedoch solltest du dir dennoch irgendwann die Zeit nehmen und sie durchlesen. Alle Informationen, die in diesem Text enthalten sind, basieren darauf und du findest sie unter folgendem Link:
http://www.oec.uzh.ch/academicprograms/bachelor/bachelorwirtschaft-1.html

Das Wichtigste vorneweg: Wer den akademischen Grad des Bachelor of Arts in Wirtschaftswissenschaften in der Regelstudiendauer von sechs Semestern erlangen will, muss sein Studium penibel genau planen, weil in jedem der vier möglichen Bachelorstudiengänge an der UZH eine bestimmte Anzahl Punkte aus bestimmten Bereichen der Wirtschaftswissenschaften zu erlangen sind. Eine Hilfe kann dabei das Excel-Sheet sein, dass wir dir auf der Website zur Verfügung stellen.

bachelor



Die Assessmentstufe
Vor dem Übertritt ins Bachelorstudium musst du natürlich die Assessmentstufe über- und bestehen. Um die insgesamt 60 Punkte der Assessmentstufe zu erwerben, hast du maximal zwei Jahre bzw. vier Semester Zeit. Hast du das geschafft, erhältst du eine schriftliche Bestätigung über den Abschluss der Assessmentstufe und darfst dein Bachelorstudium beginnen.
Kommen wir nun aber zu den Folgen einer oder mehrerer nicht bestandener Prüfungen. Grundsätzlich gilt: Du darfst während der Assessmentstufe maximal sechs Fehlversuche anhäufen, d.h. sechs Veranstaltungen nicht bestehen. Bestehst du eine oder mehrere Prüfungen nicht, dann darfst du im nächsten Jahr noch einmal an ihnen teilnehmen, solange es wie gesagt nicht mehr als sechs sind. Bestehst du diese Prüfungen und erreichst die 60 Punkte der Assessmentstufe beim zweiten Anlauf, dann darfst du dein Bachelorstudium im darauf folgenden Semester beginnen.

Bedingte Zulassung zur Bachelorstufe
Wenn du zwar den Grossteil der Assessmentstufe erfolgreich abgeschlossen, aber bestimmte Veranstaltungen nicht bestanden hast, dann darfst du dein Bachelorstudium bedingt aufnehmen, wenn du mindestens 45 Punkte erreicht hast. Hast du weniger als 45 Punkte angesammelt, dann musst du im dritten bzw. vierten Semester die verpatzten Prüfungen nachholen und darfst erst mit dem Bachelorstudium beginnen, wenn du die 45-Punkte-Hürde gemeistert hast. Während der bedingten Zulassung zur Bachelorstufe musst du allerdings die nicht bestandenen Prüfungen der Assessmentstufe nachholen.
Fällst du durch mehr als sechs Prüfungen oder bestehst eine Prüfung beim zweiten Versuch auch nicht, dann hast du die Assessmentstufe endgültig nicht bestanden und bist in der ganzen Schweiz vom Studium der Wirtschaftswissenschaften auf universitärem Niveau ausgeschlossen.

Die Bachelorstufe
Hast du die Assessmentstufe erfolgreich oder bedingt hinter dich gebracht, steht dir das aufregende Leben als Bachelorstudent bevor. Bevor du allerdings die Bachelorstufe antrittst, solltest du dir Gedanken darüber gemacht haben, in welcher Studienrichtung du dein Wissen vertiefen möchtest. Die vier zur Auswahl stehenden Studienrichtungen sind Volkswirtschaftslehre (VWL), Betriebswirtschaftslehre (BWL), Banking & Finance (B&F) sowie Management & Economics (M&E).
Wie und ob sich die jeweiligen Studiengänge voneinander unterscheiden, hängt schlussendlich von dir selbst ab. Wie du in Abbildung 2 (Seite 7) erkennen kannst, lässt dir jeder der vier möglichen Studiengänge sehr grosse Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten offen, um dein Studium auf deine Interessen und dein erhofftes zukünftiges Berufsumfeld auszurichten. Dennoch ergeben sich einige wesentliche Unterschiede, die sich v.a. aus dem vermittelten Inhalt und den damit verbundenen, studiengangspezifischen Pflichtveranstaltungen ergeben.

ECTS
Egal für welchen Studiengang du dich schlussendlich auch entscheidest: Am Ende der gesamten Bachelorstufe musst du 180 Punkte auf deinem Konto stehen haben. Diese ergeben sich aus den Punkten der Assessmentstufe (60) und denjenigen der Bachelorstufe (120). Beachte hierbei, dass mindestens 3 der 120 Punkte aus Seminaren der Bachelorstufe erworben werden müssen.
Abbildung 2 auf Seite 7 gibt dir einen Überblick über alle vier Studienrichtungen und die ECTS-Punkte, die du während des Bachelorstudiums erwerben musst. Insgesamt musst du in jedem der vier Studiengänge gleich viele Punkte für einen Studiumsabschluss erreichen, es ergeben sich also durch die Wahl eines bestimmten Studienganges keine Vor- bzw. Nachteile bezüglich der zu erbringenden Leistungen.
Es steht dir ausserdem frei, mehr als die vorgegebenen 180 Punkte für den Abschluss deines Bachelorstudiums zu erwerben. Du solltest allerdings beachten, dass dir von diesen zusätzlichen Punkten maximal 30 angerechnet werden. Der oder die Prüfungsdelegierte entscheidet jeweils, welche der überzähligen Punkte dir angerechnet werden und welche nicht, in der Regel fallen die zuletzt erworbenen (überschüssigen) Punkte weg.

Die Wahlpflichtbereiche
Die Unterteilung der jeweiligen Blöcke in Wahlpflichtbereiche, also z.B. des VWL-Blocks in die Bereiche VWL1 und VWL2 oder des BWL-Blocks in die Bereiche BWL1 bis BWL6, basiert auf den inhaltlichen Themenschwerpunkten der Studienrichtungen. Diese Unterteilung der Blöcke in Wahlpflichtbereiche spielt für dich aber nur dann eine Rolle, wenn du im Rahmen einer der vier Studiengänge eine bestimmte Anzahl Punkte aus diesen Bereichen erwerben musst. Diese Fälle sind in Abbildung 2 jeweils gekennzeichnet und angegeben.
Die sogenannten «freien» Punkte kannst du entweder auf die jeweiligen Bereiche und Blöcke deines Studienganges, oder aber auf andere und/oder fakultätsfremde Veranstaltungen verteilen.

Die Bachelorarbeit
Vor dem erfolgreichen Abschluss deines Bachelorstudiums steht die Bachelorarbeit, die mit 18 ECTS-Punkten bewertet ist und für die du vier Monate Zeit hast. Bei Nichtbestehen der Bachelorarbeit darfst du ein weiteres Mal eine Arbeit erstellen, musst jedoch ein anderes Thema bearbeiten. Wenn die Bachelorarbeit darüber hinaus das letzte Modul ist, das dir zum Studienabschluss noch fehlt, musst du sie mindestens 60 Tage vor dem nächsten Promotionstermin am Dekanat einreichen.
Während der gesamten Bachelorstufe darfst du maximal acht Fehlversuche anhäufen. Bis auf die Bachelorarbeit darfst du dabei jedes nicht bestandene Modul so oft wiederholen, wie du willst. Bis auf die Pflichtveranstaltungen steht es dir ausserdem frei, anstelle einer nicht bestandenen Veranstaltung eine andere zu wählen. Beachte dabei, dass auch nicht bestandene Prüfungen fakultätsfremder Veranstaltungen als Fehlversuche während der Bachelorstufe gelten.

Noten
Ich möchte nun auf die Notengebung für den Bachelorabschluss eingehen. Tatsächlich ist es so, dass die Noten der Assessmentstufe nicht zum Durchschnitt des Studiumsabschlusses zählen. Dein Notendurchschnitt, der schlussendlich auf deinem Bachelordiplom stehen wird, ergibt sich also aus den Noten der bestandenen Module während der Bachelorstufe, die mit den Punkten der jeweiligen Veranstaltungen gewichtet werden. Nicht bestandene Module werden nicht im Durchschnitt berücksichtigt. Die Berechnung der Note erfolgt exakt und wird schlussendlich auf zwei Stellen nach dem Komma gerundet. Abschlüsse zwischen den Noten 5 und 5.5 werden mit einem «magna cum laude», Noten zwischen 5.5 und 6 mit einem «summa cum laude» ausgezeichnet.

Studienabschluss
Wenn du alle nötigen Punkte zum Abschluss deines Bachelorstudiums zusammengekratzt hast, kannst du dich am Dekanat für den Studienabschluss bewerben. Bitte beachte dabei die jeweils geltenden Fristen zum Abschluss deines Bachelorstudiums. Diese Fristen und alle anderen relevanten Informationen zum Studienabschluss erhältst du auf der Homepage der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät:
http://www.oec.uzh.ch/academicprograms/Studienabschluss/bachelor.html

Übergang ins Masterstudium
Hast du auch die Bachelorstufe erfolgreich hinter dich gebracht, dann steht es dir frei, ein Masterstudium der Wirtschaftswissenschaften zu beginnen. Dabei gilt zu beachten, dass du nach vollständigem Abschluss der Assessmentstufe schon während dem Bachelorstudium bis zu 30 ECTS Punkte aus dem Pflicht- und Wahlpflichtbereich des Masterstudiums vorziehen kannst.

Die letzten Tipps
Abschliessend möchte ich dir folgende Tipps rund ums Bachelorstudium an der Universität Zürich mit auf den Weg geben:

  • Die Mitarbeiter des Dekanats der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sind keine Monster. Sie sind – das kann ich dir aus eigener Erfahrung garantieren – sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Wenn du also trotz intensiver Recherchen (!) keine Antworten auf Fragen findest, die dich beschäftigen, dann scheue nicht davor zurück, das Dekanat zu kontaktieren.
  • Besonders ärgerlich ist, wenn du bedingt zur Bachelorstufe zugelassen bist, bereits mit deinem Bachelorstudium begonnen hast und dann beim zweiten Anlauf eine Assessmentprüfung verhaust. Also lege die Lernschwerpunkte dementsprechend.
  • Gehe nicht davon aus, dass Wahlpflicht-Veranstaltungen, die du im aktuellen Semester aus diversen Gründen nicht besuchen kannst, im nächsten Jahr immer noch angeboten werden. Auslands- oder Forschungssemester von Professoren oder Ablösungen können dazu führen, dass bestimmte Veranstaltungen entweder nicht mehr oder nur noch in abgeänderter Form angeboten werden.
  • Die endgültige Wahl deines Studienganges erfolgt erst bei der Anmeldung zum Studiumsabschluss, also erst wenn du alle nötigen Punkte gesammelt und dich beim Dekanat von der Bachelorstufe «verabschiedet» hast. Du kannst also deinen Studiengang während des Bachelorstudiums jederzeit «wechseln», indem du einfach deinen Stundenplan entsprechend anpasst. ABER: Wie bereits weiter oben erwähnt, bedarf ein Bachelorstudium, das in sechs Semestern abgeschlossen sein will, einer genauen Planung der abzuschliessenden Veranstaltungen. Du solltest dir also sehr früh darüber im Klaren sein, wohin deine Reise gehen soll.

Anrechenbarkeit von fakultätsfremden Veranstaltungen

Dies betrifft insbesondere Veranstaltungen an anderen Fakultäten und der ETH. Es lassen sich nur Kurse auf Bachelor-Niveau anrechnen. Dies gilt für alle Studiengänge.

» Merkblatt zur Anrechnung externer, fakultätsfremder Module (UZH, ETH) im Wahlbereich

 

Anmeldung zum Studienabschluss

Um sich für den Studienabschluss anzumelden, muss man persönlich beim Dekanat vorbeigehen und folgende Dokumente mitbringen:

Unbedingt zu beachten sind ausserdem:

  1. Promotionstermine und der korrespondierende Anmeldeschluss
  2. Öffnungszeiten des Dekanates

» Information der Fakultät zum Studienabschluss und Bachelorarbeit

 

Bachelorarbeit

Die Bachelorarbeit stellt die letzte grosse Hürde vor dem Studienabschluss dar. Das Schreiben der Arbeit erfordert Disziplin und Geduld, beginne also nicht erst im letzten Monat.
Zuerst musst du dir den Lehrstuhl aussuchen, der deine Bachelorarbeit betreuen soll. Der darauf folgende Prozess unterscheidet sich von Lehrstuhl zu Lehrstuhl. Einige Professoren schreiben die Bachelorarbeits-Themen auf dem Internet aus und man muss sich bereits mit einer Disposition zum gewünschten Thema bewerben, bei anderen läufts wesentlich informeller. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit einem Unternehmen.
Kurz nachdem du die definitive Bestätigung des Professors oder deines persönlichen Betreuers erhalten hast, dass er die Bachelor-Arbeit betreuen wird, kannst du dein Thema auf dem Dekanat abholen. Die folgenden Dokumente werden fürs Abholen benötigt:

Ab diesem Zeitpunkt läuft die vier-monatige Frist bis zur Abgabe.
Zwei Exemplare der Arbeit sind rechtzeitig dem Dekanat abzugeben. Die Abgabe kann persönlich oder per eingeschriebener Post erfolgen. Fürs letztere gilt das Datum des Poststempels.
Verspätet abgegebene Arbeiten werden als «nicht bestanden» gewertet. Die Arbeit kann einmalig mit neuer Themenstellung wiederholt werden.

Zum Schreiben der Bachelarbeit publizierten wir in unserem Vademecum zur Bachelorstufe, dem OecBachelor, einen ausführlichen Bericht.

» Information der Fakultät zum Studienabschluss und Bachelorarbeit

Informationen der Fakultät und Studienordnung

Falls du immer noch nicht dazu gekommen bist, ist nun definitiv der Zeitpunkt gekommen die Studienordnung gründlich zu studieren. Viele der wichtigsten Inhalte findest du auch in unserem Vademecum oder der Website, wir möchten hier aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass unsere Services nicht darauf ausgelegt sind, das Lesen der Studienordnung zu ersetzen.
In der Rahmenordnung findest du darüber hinaus die allgemeinen Bestimmungen zum Studiengang, insbesondere zur Prüfungsregelung und dem Punktesystem.

» Studienordnung zum Bachelor of Arts
» Rahmenordnung zum Bachelor of Arts

» Informationen zum Bachelor-Studium auf den Seiten der Fakultät

 

Modulbuchung

Wichtig: Wenn du die Modulbuchungs-Frist aus Versehen verpasst gibt es keine Möglichkeit dir nachträglich die Module zu buchen. Buche die Module unbedingt frühzeitig und erstelle einen Ausdruck. Weiteres zur Modulbuchungsthematik und die Bemühungen des Fachvereins Oekonomie zur Verbesserung der Bedingungen findest du im Bereich Unipolitik.

» Aktuelle Bemühungen Modulbuchungs-Problematik

 

Noten

«Der Notendurchschnitt ergibt sich aus dem mit der jeweiligen Punktzahl gewichteten Durchschnitt der Einzelnoten aller bestandenen benoteten Module der Bachelorstufe» (Studienordnung). Du siehst hier, dass die Noten der Assessmentstufe nicht relevant für den Notendurschnitt des Bachelors sind.

 

Sprachkurse am Sprachenzentrum

Du kannst dir insgesamt 2 ECTS von am Sprachenzentrum besuchten Kursen im Bachelor-Wahlbereich anrechnen lassen. Die Kurse müssen mindestens auf dem Niveau B1 sein und Deutschkurse sind nicht anrechenbar.

 

Übergang Bachelor/Master

Nicht zuletzt dank der Bemühungen des Fachverein Oekonomie im letzten Jahr, wurde eine neue Übergangsbestimmung eingeführt. Neu können bereits vor dem Abschluss des Bachelorstudiums (vor Anmeldung zum Studienabschluss) 30 Punkte im Master-Programm erworben werden. Einzige Bedingung bleibt, dass alle Module der Assessment-Stufe bestanden wurden.

» Informationen der Fakultät zu dieser Thematik

 

Wann oder wie wähle ich meine Studienrichtung

Vom offiziellen Standpunkt her, wählst du deine Studienrichtung erst im Formular zum Studienabschluss verbindlich. Inoffiziell ist es sinnvoll, sich möglichst früh für eine Studienrichtung zu entschieden, weil eine gute Planung des Studiums andernfalls sehr schwierig ist.

 

Diese Tipps wurden von uns nach bestem Wissen zusammengestellt. Wir können aber keine Verantwortung für Fehler übernehmen. Im Zweifelsfall informiere dich direkt bei der Uni.

 

Einen besseren Zeitpunkt, um diesen Artikel zu verfassen, gibt es gar nicht. Gerade in diesem Moment halte ich ein gedrucktes und gebundenes Exemplar meiner eigenen Bachelorarbeit in den Händen, an der ich während den letzten 3 ½ Monaten Tag und Nacht gearbeitet habe. Ich möchte deshalb auf den folgenden Seiten versuchen, diese Erlebnisse und Erfahrungen ein wenig zusammenzufassen und dir einen Einblick darin zu geben, was es heisst, eine Bachelorarbeit zu verfassen.

Der Prozess

An erster Stelle steht die Themenfindung, die auf zwei Arten erfolgen kann. Entweder wird dir ein Thema vorgegeben, das du dir auf den Homepages der jeweiligen Lehrstühle aussuchst oder dir von deinem Betreuer vorgelegt wird, oder aber du trittst mit einem eigenen Themenvorschlag an den entsprechenden Lehrstuhl heran.
Wenn du und dein Betreuer ein Thema gefunden habt, dann folgt in der Regel eine erste Besprechung, in welcher der genaue Inhalt deiner Bachelorarbeit abgesteckt wird. Beachte ausserdem, dass gewisse Lehrstühle den Besuch bestimmter Veranstaltungen vor dem Erstellen einer Bachelorarbeit voraussetzen.
Wenn das Thema deiner Bachelorarbeit feststeht,  wird dein Betreuer diesen Themenvorschlag dem leitenden Professor des entsprechenden Lehrstuhls vorlegen und dieser reicht dein Thema an das Dekanat der WWF weiter. Du erhältst dann von deinem Betreuer Bescheid, wann das Thema zum Abholen am Dekanat bereit ist.
Während den Öffnungszeiten des Dekanats kannst du dort mit deiner Legi, der Bestätigung über die erfolgreich bestandene Assessmentstufe sowie dem ausgefüllten Formular für die Bachelorarbeit vorbeischauen und dein Thema abholen. Dieses Formular findest du auf der Homepage der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.
Von nun an hast du vier Monate Zeit, um deine Bachelorarbeit zu erstellen. In der Regel wirst du dich in dieser Zeit noch ein- bis zweimal mit deinem Betreuer treffen.
Innerhalb dieser vier Monate musst du deine Bachelorarbeit beim Dekanat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät abgeben. Wenn die Bachelorarbeit das letzte Modul ist, das du vor dem Abschluss deines Bachelorstudiums absolvierst, dann solltest du beachten, dass du sie mindestens 60 Tage vor dem entsprechenden Promotionstermin abgeben musst.

Nachdem ich dir nun gezeigt habe, wie du überhaupt zu einem Thema für deine Bachelorarbeit kommst, möchte ich dir einige Erfahrungswerte mit auf den Weg geben, die ich und weitere Studenten während dem Erstellen unserer Bachelorarbeiten gesammelt haben:

  • Setze dich früh mit der Themensuche für deine Bachelorarbeit auseinander!
    Wenn du dein Bachelorstudium in sechs Semestern durchziehen möchtest, dann musst du dir früh darüber im Klaren sein, wann, bei wem und worüber du deine Bachelorarbeit verfassen willst. Du solltest dabei v.a. die jeweiligen Fristen und Promotionstermine der Fakultät im Auge behalten. Darüber hinaus herrscht an bestimmten Instituten ein regelrechter Andrang um betreute Plätze für Bachelorarbeiten. Deshalb solltest du dich bereits sehr früh mit dem Lehrstuhl deiner Wahl in Verbindung setzen und über mögliche Themen diskutieren.
  • Literaturrecherche – Aber richtig!
    Eine Literaturrecherche bedeutet nicht, die Google-Suchmaske zu öffnen und den Titel deiner Arbeit einzugeben. Ein wesentlicher Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit ist das Zusammentragen relevanter Literatur zu einem Themenbereich, und zwar aus allen erdenklichen Quellen. Ganz besonderes Augenmerk solltest du auf wissenschaftliche Beiträge in den be-kanntesten, themenbezogenen Journals legen, denn sie bilden quasi das Rückgrat deiner Arbeit.
  • Zitiere richtig und vollständig!
    Bitte, bitte und nochmals bitte zitiere alle Quellen, die du verwendet hast, richtig und vollständig! Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn du bewusst von jemandem abschreibst oder unbewusst eine Quellenangabe vergisst und deshalb die Bachelorarbeit nicht bestehen solltest. Wenn du wegen eines Plagiatsvorwurfs nicht bestehst, dann riskierst du nicht nur deinen Bachelorabschluss, sondern auch deinen Verbleib an der Universität.
  • Schreibe deine Ideen sofort nieder!
    Schreibe jede Idee, jeden Einfall und jeden Gedanken, den du bezüglich deiner Bachelorarbeit hast, sofort nieder. Je tiefer du dich in die Thematik deiner Bachelorarbeit hineinversetzt, desto öfter wirst du über bestimmte Sachverhalte nachdenken. Falls dir dabei eine zentrale Fragestellung oder Argumentation einfällt, dann schreibe diese auf einem Notizzettel oder sofort in deiner Arbeit nieder (und wenn das um 3 Uhr nachts ist!), denn diese Einfälle sind meist Gold wert und viel zu schade, um sie wieder zu vergessen.
  • Versuche nicht, die Welt neu zu erfinden!
    In der Regel hast du nur ca. 30 bis 40 Seiten Platz, um deine Gedanken, Fragestellungen, Thesen, Argumente, Tabellen und Abbildungen aufs Papier zu bringen. Beschränke dich also auf die zentralen, bereits in der entsprechenden Fachliteratur dargelegten Sachlagen, Ergebnisse und Forschungsfragen.
  • Erbringe eine Eigenleistung!
    Der Unterschied zwischen Bachelorarbeiten, die mit der Note 5.5 und solchen, die mit einer 6 bewertet werden, liegt in der Regel in der Erbringung einer gewissen Eigenleistung. Zeige dem Leser und deinem Betreuer, dass du dich wirklich tiefgreifend mit dem Thema auseinandergesetzt, die zentralen Aspekte begriffen hast und in der Lage bist, daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Du musst dabei keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse zu Tage fördern, denn eine Eigenleistung kann auch darin bestehen, alle bisher auf einem bestimmten Themengebiet erbrachten Forschungsleistungen zusammenzutragen, sie zusammenzufassen und miteinander zu vergleichen.
  • Sichere, sichere, sichere!
    Sichere deine Bachelorarbeit, deine Notizen und die verwendete Literatur mindestens einmal pro Woche auf einer externen Festplatte, einem USB-Stick oder einem Online-Archiv. Ich persönlich habe meine Bachelorarbeit sogar nach jeder Nachbearbeitung sofort gesichert. Dies mag auf den ersten Blick ein bisschen paranoid klingen, aber spätestens nachdem du die Hälfte deiner Gedanken und Forschungsergebnisse niedergeschrieben hast, können sich unglückliche Zwischenfälle fatal auswirken. Ist deine Bachelorarbeit erst einmal weg, dann sind nicht nur bis zu vier Monate Arbeit für die Katz gewesen, sondern auch deine Motivation, noch mal neu zu beginnen, leidet unter solchen Vorfällen massiv.
  • Die Bachelorarbeit ist deine Chance!
    Wenn du ein Themengebiet bearbeitest, das mit deinem späteren Berufswunsch korreliert, dann suche nach Experten und führenden Unternehmen aus der Branche, führe mit ihnen Gespräche und Interviews und knüpfe erste Kontakte. Du wirst erkennen, dass die meisten Fachleute brennend an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert sind und gerne mit dir zusammenarbeiten.
  • Lasse deine Arbeit korrigieren!
    Lasse deine Bachelorarbeit zwischendurch, v.a. aber am Schluss von Freunden und Bekannten korrigieren und durchlesen. Insbesondere Personen, die das behandelte Themengebiet nicht kennen, besitzen einen ganz anderen Blickwinkel auf deine Arbeit und sind damit in der Lage, dich auf Unklarheiten, logische Fehler oder Ungenauigkeiten hinzuweisen.
  • Kontrolliere vor der Abgabe die folgenden Punkte
    Nochmal: Hast du vollständig zitiert, d.h. sind alle im Text verwendeten Quellen auch im Literaturverzeichnis angegeben und hast du alle Quellen, die im Literaturverzeichnis angegeben sind, auch im Text verwendet? 
    Stimmen die Reihenfolge und Nummerierungen der Kapitel, Abschnitte, Abbildungen und Tabellen und stimmen sie v.a. mit dem Inhaltsverzeichnis überein? Druck dir insbesondere die Vorgaben zu wissenschaftlichen Arbeiten am entsprechenden Lehrstuhl noch mal aus und lies sie dir in aller Ruhe durch. Achte insbesondere darauf, dass du alle vorgegebenen Formalitäten wie z.B. Umfang, Seitenränder, Schriftgrössen, Zeilenabstände, Beschriftungen von Abbildungen etc. eingehalten hast.
  • Suche dir das richtige Thema aus!
    Und zu guter Letzt ein ganz persönlicher Tipp von mir: Suche dir ein Thema aus, das dich auch persönlich interessiert. Eine auf den ersten Blick einfache Literaturrecherche mag verlockend aussehen, jedoch darfst du nicht vergessen, dass du vier Monate mit dieser Arbeit beschäftigt sein wirst. Ein Thema, das dich aus privaten Gründen oder weil es mit deinem späteren Berufswunsch zusammenhängt sehr interessiert, wird dich gut über diese vier Monate bringen und dir die langfristige Motivation sichern.